Home > Projekte > Empowerment > M.A.P. – Migration, Awareness, (Em-)Power

Was ist M.A.P und an wen ist M.A.P. gerichtet?

M.A.P. – Migration, Awareness, (Em-)Power ist eine kostenlose und zertifizierte 8-tägige Qualifizierungsreihe für FLINTA* mit Migrations- und Fluchtbiografie, die im Bereich Flucht, Migration, Beratung, Trauma und Empowerment tätig sind und mit andere von Rassismus betroffenen FLINTA* beraten, begleiten oder empowern.

Die Arbeit in diesen Bereichen ist häufig mit hohen emotionalen Belastungen verbunden. Menschen zu begleiten, die Gewalt, Flucht, Ausgrenzung oder andere traumatische Erfahrungen erlebt haben, bedeutet, sich in einem Spannungsfeld zwischen der Gefahr von (Re-)Traumatisierung bei den begleiteten Personen und sekundärer Traumatisierung bei Fachkräften und Multiplikator*innen zu bewegen. Zusätzlich arbeiten viele von Mehrfachdiskriminierung betroffene Menschen in oft wenig diversen institutionellen Kontexten, weswegen Räume, die Austausch, gegenseitige Unterstützung und die Stärkung kollektiver Ressourcen ermöglichen

Mit M.A.P. schaffen wir einen Safer Space, in dem FLINTA* mit Migrations- und Fluchtbiografien gemeinsam lernen, Erfahrungen teilen und ihre eigene Praxis reflektieren können. Die Qualifizierungsreihe verbindet fachliche und methodische Impulse mit Empowerment, Selbstfürsorge und dem Aufbau kollektiver Ressourcen. Aus einer intersektionalen, dekolonialen und verkörperten Perspektive setzen wir uns mit traumasensibler Begleitung, Heilungsprozessen und solidarischer Praxis auseinander. Ziel ist es, die Teilnehmenden in ihrer Arbeit zu stärken, ihre langfristige Handlungsfähigkeit zu fördern und ein nachhaltiges Unterstützungsnetzwerk aufzubauen, das über die Weiterbildung hinaus Bestand hat.

Programm und Ablauf

Die Weiterbildung ist in zwei Blöcke à 3 Tage und zwei einzelne Workshoptage unterteilt und findet in deutscher Sprache statt.

BLOCK I: Do. 10.09.26 – Sa. 12.09.26 (9:00 – 16:30 Uhr)

In diesem Block schaffen wir Raum für Austausch über gemeinsame Erfahrungen, Herausforderungen und Ressourcen in der Arbeit mit migrantischen und/oder geflüchteten FLINTA*. Gemeinsam setzen wir uns mit diskriminierungskritischer und traumasensibler Praxis auseinander, reflektieren unsere eigene Haltung und Rolle und lernen konkrete Methoden kennen, die eine sensible Begleitung von Klient*innen unterstützen. Dabei stehen sowohl der Schutz der begleiteten Personen als auch die Prävention von (Re-)Traumatisierung im Fokus.

  • Awarenessdiskriminierungskritische & traumasensible Praxis
  • Komplementäre Methoden der psychosozialen Beratung
  • Machtkritische Haltung und Reflexion
  • Vorbeugung von (Re-)Traumatisierung bei Klient*innen
  • Methoden aus der Kunsttherapie und dem Psychodrama

Trainer*innen: Thuli Wolf (sie/ihr), Noura Hafez (keine Pronomen), Eliza-Maïmouna Sarr (ohne Pronomen_sie)

Vertiefungsworkshop: So. 13.09.26 (14:00 – 17:00 Uhr) – WHERE MOVEMENT DREAMS mit Rafia Shahnaz (they/them)

Dieser Workshop bietet eine Einführung in Fluentbody – eine somatische und expressive Bewegungspraxis, die von der Tänzerin und Choreografin Florencia Lamarca entwickelt wurde. Aufbauend auf Somatik, emotionaler Verkörperung und Stimmarbeit lädt Fluentbody dazu ein, sich durch körperliche, emotionale und imaginative Ebenen zu bewegen und den Körper in seinem eigenen Rhythmus, Tempo und seiner eigenen Sprache sprechen zu lassen. Im Mittelpunkt steht die Schaffung eines sicheren und zugleich weiten Raums, in dem die Teilnehmenden nach innen lauschen, mit ihren Körperempfindungen in Kontakt kommen und innere Erfahrungen in verkörperten Ausdruck übersetzen können. Gemeinsam erforschen wir, wie Bewegung zu einem Werkzeug für Selbstregulation, Loslassen, Präsenz und gemeinschaftliche Resonanz werden kann. Fluentbody unterstützt den Körper darin, weich zu werden, wenn das Leben herausfordernd ist – und lädt dazu ein, Weite inmitten von Intensität zu finden und Bewegung dort entstehen zu lassen, wo zuvor Anspannung war.

BLOCK II: Do. 08.10.26 – Sa. 10.10.26 (9:00 – 16:30 Uhr)

Dieser Block richtet den Fokus auf die Teilnehmenden selbst und die Auswirkungen ihrer Arbeit auf das eigene Wohlbefinden. In einem geschützten Raum reflektieren wir Belastungen, die durch die Begleitung von Menschen mit Flucht-, Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen entstehen können, und setzen uns mit Strategien zum Schutz vor sekundärer Traumatisierung auseinander. Durch dekoloniale, verkörperte und somatische Ansätze zu Heilung, Selbstfürsorge und Empowerment stärken wir individuelle und kollektive Ressourcen. Ziel ist es, die eigene Resilienz zu fördern, nachhaltige Wege der Selbstfürsorge zu entwickeln und langfristig handlungsfähig zu bleiben.

  • Selbstfürsorge & Selbstschutz
  • Empowerment & Stärkung eigener Ressourcen
  • Umgang mit Belastungen in Beratung, Aktivismus und Care-Arbeit
  • Prävention von sekundärer Traumatisierung
  • Traumasensible Körperarbeit & somatische und dekoloniale Perspektiven auf Heilung

Trainer*innen: Christine-Joahn Meier (sie/ihr), Senja Brütting (senja/keins), Amal Abbass (sie/ihr), Trang/Taya Nguyen (sie/-)

Vertiefungsworkshop: 24.10.26 (11:00 – 14:00 Uhr) – GROUNDED VOICE mit Leila Bostic (sie/ihr)

Grounded Voice ist ein Workshop, der dich aus dem Kopf zurück in deinen Körper begleitet. Durch achtsame Atem-, Körper- und Stimmübungen erforschst du spielerisch deine natürliche Stimme und die Resonanz deines Körpers – entspannend, befreiend und zugleich belebend und erdend. Gemeinsam tönen wir in einem wertfreien Raum, ohne Leistungsdruck oder „richtig“ und „falsch“. Die entstehende gemeinsame Schwingung kann ein tiefes Gefühl von Verbundenheit entstehen lassen – getragen und gehalten von der Gruppe.

Unsere Trainer*innen

Thuli Wolf (sie/ihr)

Thuli Wolf ist Ärztin, Kunsttherapeutin und Künstlerin in Berlin. Sie arbeitet mit Einzelpersonen, Gruppen und Unternehmen zusammen und schafft kreative Heilungsräume für People of Color und queere Menschen, um ihnen ein kreativeres und damit gesünderes Leben zu ermöglichen. Ihr Schwerpunkt liegt auf der kollektiven Heilung als Antwort auf die Gesundheitsrisiken, die aus Erfahrungen mit Diskriminierung, Hass und Gewalt resultieren. www.thuliwolf.com instagram.com/thuliwolf

Noura Hafez (keine Pronomen)

Noura Hafez konzipiert und begleitet Räume zu Antidiskriminierung, Empowerment und machtkritischer Bildungsarbeit. Dabei verbindet Noura politische Analyse, intersektionale Perspektiven und erfahrungsbasierte Methoden besonders aus Psychodrama und Soziodrama. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie gesellschaftliche Machtverhältnisse, soziale Dynamiken und aktuelle Diskurse praktisch bearbeitbar werden können – mit Fokus auf soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und solidarische Veränderung. www.nourahafez.com diversity@nourahafez.com

Eliza-Maïmouna Sarr (ohne Pronomen_sie)

Eliza-Maïmouna Sarr ist in Bildung, Prozessbegleitung und Beratung zu Antidiskriminierung und Empowerment tätig. Arbeitet aus intersektionaler und machtkritischer Perspektive diskriminierungskritisch mit Institutionen, Individuen und Gruppen, insbesondere community-orientiert. Sarr ist Heilpraktikerin* für Psychotherapie, Systemische Therapeut*in, Stresspräventor*in und Supervisor*in.

Rafia Shahnaz (they/them)

Rafia ist eine queere migrantische Person of Color aus Pakistan, deren Weg durch Grenzen und Systeme die Tiefe prägt, mit der dey Räume hält. Aus gelebter Erfahrung von Entwurzelung und Resilienz verwebt dey Compassionate Inquiry, Kunsttherapie, somatische & Embodiment-Praktiken, psychedelische Integration und Gestalttherapie. Deys Arbeit lädt ein zum Erinnern, Weichwerden und zu kollektiver Heilung.

Christine-Joahn Meier (sie/ihr)

Christine-Joahn Meier gestaltet als Systemische Beraterin, Supervisorin, Coach und Trainerin Räume für ganzheitliche Entwicklungs- und Veränderungsprozesse. Mit einer intersektionalitätsbewussten und machtkritischen Haltung begleitet sie Einzelpersonen, Gruppen, Teams und Organisationen. Empowerment-Angebote für (post-)migrantische Menschen bilden ein Herzstück ihrer Arbeit ab. www.cj-life.art

Amal Abbass (keine Pronomen/Sie)

Amal Abbass ist Autorin, Frauenpreisträgerin Berlin 2023, Dipl. Sandspieltherapeutin und Gründerin von Kindezi.de sowie Programmdirektorin von tubman.network e.V. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Trauma, Antidiskriminierung, Empowerment und Community Care und entwickelt Bildungs- und Unterstützungsangebote für Kinder, Familien und Communities afrikanischer und afrodiasporischer Herkunft. Ihre Arbeit verbindet kultursensible Therapie, dekoloniale Bildungsarbeit und Community Organizing mit dem Ziel, Heilung, Selbstfürsorge, Zugehörigkeit und kollektive Handlungsfähigkeit zu stärken. Dabei setzt sie sich für diskriminierungskritische und intersektionale Perspektiven in Bildung, psychosozialer Arbeit und früher Kindheit ein. www.tubman.network

Senja Brütting (senja/keins)

Senja ist Spaceholder für Empowerment sowie Tänzer*in & Movement Performer in verschiedenen Performancekollektiven zu den Themen Wut, Pleasure, Diaspora und Sichtbarkeit. Deren Arbeit ist die Fusion von Movement, Embodiment und Sozialpolitischem, geprägt von langjähriger Erfahrung in der Gemeinwesenarbeit, politischer Vereins- und Bildungsarbeit sowie in der stationären Kinder- und Jugendarbeit. instagram.com/thisis.sin

Trang/Taya Nguyen (sie/-)

Taya (sie/-) ist Mind-Body-Coachin, Meditations- und Breathwork-Teacher sowie Facilitator für somatische Trauma- und Bindungsarbeit und begleitet Menschen auf ihrem persönlichen und spirituellen Entwicklungsweg. Ihre Arbeit verbindet verkörperte Spiritualität, emotionale Regulation/Ausdruck, Selbstmitgefühl und die Heilung von Entwicklungs- und Bindungstrauma mit Erkenntnissen aus verschiedenen spirituellen Traditionen und körperorientierten Ansätzen. Dabei betrachtet sie Heilung stets im Zusammenspiel von individueller Erfahrung, gesellschaftlichen Machtverhältnissen sowie systemischen und transgenerationalen Traumata. instagram.com/taya.nguyen.spiritual

Leila Bostic (sie/ihr)

Leila Bostic ist staatlich geprüfte Logopädin, Sängerin und systemische Therapeutin mit ganzheitlichem Blick auf Stimme, Atem und Körper. Sie unterstützt Menschen dabei, Klarheit über ihr Anliegen zu gewinnen und gibt praxistaugliche Tools an die Hand, um Handlungsfähigkeit, Ausdruck und Lebensqualität zu stärken. Aus ihrer eigenen Stimmentwicklung weiß sie, wie die Entfaltung des stimmlichen Potenzials Selbstvertrauen und Präsenz vertiefen kann – diese Erfahrung prägt ihre traumasensible, ressourcenorientierte Stimmarbeit. www.leilabostic.de instagram.com/vokalraum

Bewerbung

DAS BRINGST DU MIT

  • du positionierst dich als FLINTA* mit Migrations- und/oder Fluchtbiografie
  • du arbeitest / bist aktiv im im Bereich Flucht, Migration, Beratung, Trauma, Empowerment oder Vergleichbares zum Beispiel als (psychosoziale) Berater*in, Sozialarbeiter*in, Aktivist*in, Sprachmittler*in, etc.
  • du kannst an allen Terminen teilnehmen
  • Sprache: Deutsch (Niveau min. B2)

DAS ERWARTET DICH

  • kostenlose Weiterbildungsmöglichkeit mit max. 20 Teilnehmenden
  • Zertifikat über Teilnahme an Qualifizierunsgreihe von anerkanntem Bildungsträger
  • Safe(r) Space und Networking Möglichkeit in der Community – auch nach der Weiterbildung
  • Große Methodenvielfalt: theoretische, praktische sowie verkörperte Tools für dich und deine Arbeit
  • Aufnahme in unseren Alumni-Pool als Multipikator*in

Bei Interesse und Fragen meldet euch gerne bei trixiewiz@gmail.com

Bewerbungen mit Lebenslauf und Motivationsschreiben sind ab sofort bis zum 24.06.2026 bei trixiewiz@gmail.com mit Betreff “Bewerbung MAP” einzureichen. Gespräche finden in der zweiten Juli-Woche statt.


Gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms.

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